
Wenn es um Kinokomödien geht, ist Frankreich ganz weit vorne. Zum Einen, was die Menge an Komödien angeht, zum Anderen, was die Qualität angeht. So sind offensichtlich viele Darsteller dauerbeschäftigt, wenn es um dieses Genre geht. Einer davon, der seit Jahrzehnten die Komödienszene beherrscht, dabei aber seinen ganz eigenen Stil nie verloren hat, ist Christian Clavier, der mit „Ab durch die Mitte“ seine neueste Komödie in deutschen Kinos präsentiert.
Seit Jahren wird der Bauingenieur Stan von seinen Vorgesetzten ausgenutzt, so dass er regelmäßig alles in seinem Privatleben absagt, wenn es um die Arbeit geht, was seiner Freundin Marine schon lange nicht mehr gefällt. Er ist so weit, dass er seine Arbeit vor allem stellt, weil er von seinem Chef eine massive Beförderung in Aussicht gestellt bekommt, kann er doch der neue Geschäftsführer werden! Doch ausgerechnet kurz vor dem Ziel, wird er von seinem Kollegen gelinkt und der große Deal ist in Gefahr, was seine Chancen auf die neue Stelle zunichte macht. Frustriert stiehlt er kurzerhand eine Million Euro Schwarzgeld aus dem Unternehmens-Tresor und befindet sich mit Freundin Marine, die gerade selbst kündigt, schon auf dem Weg zum Flughafen, um mit ihr ein neues Leben in trauter Zweisamkeit zu beginnen. Genau da erfährt er, dass sein Chef mit dieser Million seine Geschäftspartner selbst schmieren möchte und plant, am nächsten Morgen um sechs Uhr dorthin aufzubrechen – mit dem Geld, das Stan gestohlen hat! Das Geld muss dringend wieder zurück in den Tresor, wenn er doch noch Geschäftsführer werden möchte, aber er hat den Schlüssel nicht mehr. Ein Schlüsseldienst muss her, der ihm Zugang zur Wohnung des Chefs und zu dessen Tresor verschafft, und zwar schnell! Hippolyte ist mit seinem Kleinunternehmen "Schlüssel zum Glück" zur Stelle, und Stan schöpft wieder Hoffnung, doch noch befördert werden zu können. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse in dieser Nacht, denn plötzlich ist die fahrbare Werkstatt verschwunden, Hippolytes Ex-Frau will Geld sehen, Stans Ex-Frau stellt sich quer und seine Freundin Marine geht mächtig feiern, und dann stellt sich ihnen noch ein Wachhund in den Weg. Die Zeit wird knapp und es sieht für Stan und Hippolyte gar nicht gut aus, die Million unbemerkt wieder loszuwerden.
Neben dem Comedy-Veteran Christian Clavier, der bereits zwei Mal den „Asterix“ in den Realverfilmungen des Comics gespielt hat und spätestens seit den drei Filmen als „Monsieur Claude“, dessen Töchter ihn immer wieder herausfordern, jedem deutschen Kinogänger ein Begriff ist, ist erneut Rayane Bensetti zu sehen, der bereits in „Voilà Papa! - Der fast perfekte Schwiegersohn“ zusammen mit Clavier vor der Kamera gestanden hat. Bensetti ist in Frankreich seit seiner Teilnahme am französischen Pendant von „Let's dance“, bei dem er gewonnen hat. Darüber hinaus hat er als Schauspieler Bekanntheit in der Comic-Verfilmung „Tamara“ erlangt, wie auch in der in Frankreich erfolgreichen Komödie „Avec ou sans enfants?“.
Es war Christian Clavier, der hier erstmals nach Jahrzehnten wieder eine Frau spielt, der Rayane für die Rolle des Stan vorgeschlagen hat.
Der Schauspieler und Drehbuchautor Grégoire Vigneron hat mit „Ab durch die Mitte“ die Regie für seinen zweiten Langfilm übernommen und auch am Drehbuch mitgeschrieben, und schickt in seiner turbulenten Komödie voller Wendungen und Missverständnisse ein ungleiches Duo auf eine wilde
Fahrt durch die Nacht. In dieser Nacht sind beide gleich, auch wenn sie ganz anderen Welten entstammen. Es geht am Ende nur noch darum, ob und wie sie sich gegenseitig helfen können.
Nachdem französische Komödien immer häufiger in belgischer Co-Produktion entstehen, wurde „Ab durch die Mitte“ in Brüssel gedreht, was dem Film ganz neue Perspektiven gibt.
„Ab durch die Mitte“ ist eine sehr charmante Komödie, in der es vor allem um die beiden Hauptpersonen Hippolyte und Stan geht, die anfangs dazu gezwungen sind, zusammen zu arbeiten, aber mit der Zeit Verständnis für den anderen aufbringen und sich fast schon mögen. Diese Buddy-Komödie ist keine Vertreterin des brachialen Humors, macht aber viel Spaß und bietet einen rundum schönen und spaßigen Kinoabend.
F/B 2025, 98 Minuten
mit Christian Clavier, Rayane Bensetti
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