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Sommer, Glück und Ringelblumen

Sophia lebt im schwedischen Svedala und kann sich vielleicht endlich den Traum von ihrem eigenen Blumengeschäft erfüllen. Ihr Onkel, der gerade verstorben ist und mit dem sie schon als Kind immer in seinem Blumengeschäft war, und sie daher alles von der Pike auf von ihm gelernt hat, hat ihr den Blumenladen mit einer Auflage vermacht: Sophia hat zwei Jahre Zeit, um so viel Geld zu verdienen, dass sie ihre Brüder auszahlen kann. Sie weiß nicht, wie sie das bewältigen soll und hat daher schon Ängste, was geschehen soll, wenn sie es nicht schafft.
Noch dazu ist sie es leid, Single zu sein, aber mit ihren Phobien, was das Küssen und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen anbelangt, ist es schwierig, jemanden zu finden.
Jedoch wittert Sophie jetzt ihre Chance, denn im südlichen Schweden findet eine Blumenschau statt und sie hat die Möglichkeit bekommen, dass sie auch einen Teil nach ihren Ideen schmücken darf.
Sophia ist froh über diesen Job, denn wenn ihre Ideen gefallen, hat sie vielleicht genügend Geld zusammen, um ihr eigenes Blumengeschäft führen zu können.
Währenddessen hat Blade in London ganz andere Probleme. Der Neunundzwanzigjährige bekommt einen Anruf von einer unbekannten Frau. Die Frau ist Sozialarbeiterin im Bereich von Kensington und Chelsea und hat seine fünfundsechzigjährige Mum Edith aufgefunden, weil sie dort an einer Bushaltestelle seit Stunden sitzt und anscheinend auf irgendetwas wartet. Blade hatte so gehofft, dass es jetzt besser mit seiner Mutter würde. Edith hat ihm versprochen, dass sie zuhause bleibt und nicht mehr dorthin geht, aber aufgrund ihrer Demenz wird sie das vergessen haben. Blade ist vor zwei Jahren wieder bei seiner Mutter eingezogen, um ihr in dieser Zeit beizustehen. Er trauert aber immer wieder seinem früheren Leben nach, als er noch mit seiner Freundin zusammengewohnt hat und täglich zur Arbeit ging. Er hat alles verloren, Freundin, Freunde und sein Sozialleben.
Er will mit Edith reden, warum sie immer wieder an diese Bushaltestelle will, was durch ihre Diagnose der Demenz vor drei Jahren ganz extrem geworden ist. Sie sucht ihn immer noch. Sven, groß, blond und stark, ein Freund, nach dem Mum sich verzehrt, und durch die Demenz wird es nur noch schlimmer.
Da hat Blade eine Idee: Er will diesen Sven ausfindig machen! Seine Mum und er suchen nach Briefen, ob sie dort auf irgendwelche Hinweise stoßen, wo Sven jetzt leben könnte, vor allem aber, ob er noch lebt. Blade recherchiert im Internet, aber Sven ist in Schweden ein gebräuchlicher Name und daher wird es schwierig sein, ihn ausfindig zu machen. Blade kann die Suche auf eine Gegend eingrenzen, nachdem er Andeutungen in seinen Briefen gefunden hat, wo er vielleicht wohnen könnte. Blade bittet die liebenswerte Nachbarin und gute Freundin Zara, auf seine Mutter aufzupassen, die auch von Mums Wohnung aus arbeiten kann und daher in seiner Abwesenheit bei ihnen zuhause schlafen wird. Zara und Edith verstehen sich von Anfang an sehr gut.
Blade steigt in den Flieger und mietet sich für drei Wochen ein Auto. Das Auto entpuppt sich jedoch als Wohnmobil, weil es ein Buchungsfehler war und er muss gezwungenermaßen mit dem großen Wohnmobil losfahren. So kann er sich wenigstens ein Hotel sparen, da er im Wohnmobil schlafen kann. Als er losfährt dauert es nicht lange und er hilft einer jungen Frau, die gerade eine Panne mit ihrem Auto hat. Die junge Frau Sophia ist sehr verzweifelt, denn sie soll zu einer Blumenschau fahren, um dort einen Teil zu schmücken. Blade bittet ihr seine Hilfe an und so fahren die beiden los, Blade auf der Suche nach Sven und Sophia zur Blumenschau. Die beiden arrangieren sich und es klappt zunächst ganz gut. Aber für beide ist die Reise im Wohnmobil eine große Herausforderung, die ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellen wird.

Ally Zetterberg arbeitete über zehn Jahre als Model, bevor sich die britisch-schwedische Autorin dem Schreiben widmete. Vor allem schreibt sie Feel-good-Romane, die vorwiegend in Schweden oder Großbritannien spielen. Sie legt Wert auf vielschichtige Figuren mit Identifikationspotenzial. „The Happiness Blueprint – Liebe und andere Baustellen“ war ihr erster Roman, „Sommer, Glück und Ringelblumen“ ist ihr neuestes Werk.

Dieser Roman um Liebe, Sehnsucht, Glück und auch die Zufriedenheit, mit dem zu leben, was man hat, ging mir gleich sehr ans Herz. Die Sehnsucht von Edith nach einem Mann, den sie immer noch liebt und sucht, und auch die Probleme von Sophie, die sich eigentlich auch nur nach Liebe sehnt, gehen einem beim Lesen unter die Haut. Ich litt mit Blade, der sich um seine demenzkranke Mutter kümmert und auch sorgt, aber auch mit Sophie, die um ihre Existenz kämpft. Ich war sehr angetan, weil das Buch so rührend geschrieben ist, und man nicht umhin kann, als mit allen mitzuleiden, mitzufiebern und mitzurätseln, wie es ihnen letztendlich gehen wird und sie aus all ihren Herausforderungen finden werden. Ich freue mich auf noch weitere „Feel Good“-Romane, der Autorin, weil ich mich damit herrlich wegträumen und mit den Figuren fiebern konnte. Herrlich für zwischendurch oder einen schönen Nachmittag in der Sonne!

Gudrun Loher